Mein persönlicher Rückblick.
von Andreas Ebel

Vom 21. bis 26. Juli durften wir als Wassersport-Verein-Güstrow 1928 e. V. Gastgeber für ein ganz besonderes Großereignis sein: Die Internationale Deutsche Juniorenmeisterschaft (IDJM) sowie die Junioreneuropameisterschaft (JEM) in der traditionellen Bootsklasse Pirat fanden bei uns auf dem Inselsee statt. Als unser Verein 2005 das letzte Mal eine solche Meisterschaft ausrichten durfte, war allen klar, was für eine Verantwortung und welche gewaltige Aufgabe auf uns zukommt. Als 1. Vorsitzender blicke ich nun voller Freude und Dankbarkeit auf diese intensiven Tage zurück, denn was wir als Verein gemeinsam gestemmt haben, war schlichtweg phänomenal.

Insgesamt 46 Teams aus Deutschland, Ungarn, der Türkei und Chile im Alter von 13 bis 27 Jahren waren bei uns zu Gast. An vier Wettkampftagen konnten bei anspruchsvollsten Bedingungen mit Regen, Sonne, Wolken und Windstärken von 5 bis 22 Knoten alle zehn geplanten Wettfahrten reibungslos absolviert werden. Auf dem Wasser blieb es extrem spannend bis zur allerletzten Zielkreuz in der finalen Wettfahrt. Am Ende sicherten sich Franz Erpenbeck und Charlotte Meyer aus Ribnitz-Dammgarten den Gesamtsieg, knapp vor den Titelverteidigern aus Chile, Franz-Dieter Rompeltien und Yoram Werwitzke, die bei dieser Meisterschaft für unseren WVG an den Start gingen. Drittplatzierte wurden Marino und Rico Richlitzky aus Werder, während Emilius Hauer und Alexander Grabow (ebenfalls Ribnitz-Dammgarten) die Jugendwertung für sich entschieden. Aus unserer eigenen Vereinsperspektive gab es neben dem Vizemeistertitel noch weiteren Grund zur Begeisterung: Maurice Bachmeyer und Marie Luise Bark, die ebenfalls für unseren WVG starten, zeigten eine bärenstarke Leistung und erkämpften sich in diesem hochkarätigen internationalen Feld einen fantastischen 6. Platz!

Dass auf dem Wasser alles so reibungslos, fair und hochklassig ablief, war jedoch kein Zufall: Mein ganz besonderer Dank gilt unserem Team der Wettfahrtleitung sowie unserem Protestkomitee. Sie haben bei diesen enorm wechselhaften Wind- und Wetterbedingungen absolut hochprofessionelle Arbeit geleistet und die gesamten Regatten souverän und meisterhaft über die Bühne gebracht.

Aber nicht nur auf dem Wasser, sondern auch an Land haben unsere Mitglieder Außergewöhnliches geleistet. Über 35 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer standen Tag und Nacht bereit, um den Seglern, Trainern und Gästen ein unvergessliches Erlebnis zu bieten. Es ist großartig zu sehen, wie Hand in Hand gearbeitet wurde: Schon in den frühen Morgenstunden legte sich unser fleißiges Frühstücksteam ins Zeug, um alle Teilnehmer für die anstrengenden Stunden auf dem Wasser zu stärken. Weiter ging es mit den morgendlichen Skippersmeetings, der Verpflegung mit leckeren Anlegesnacks und Freigetränken direkt beim Landgang bis hin zum erstklassigen Abendessen aus dem Restaurant „Wunderbar“. Nicht zu vergessen ist unser phänomenales Bar-Team, das jeden Abend bis spät in die Nacht unermüdlich im Einsatz war und dafür gesorgt hat, dass niemand durstig blieb und die Stimmung am Tresen unübertrefflich war.

Auch digital haben wir neue Maßstäbe gesetzt: Extra für die Meisterschaft haben wir eine eigene App entwickelt, über die nicht nur die Essensmarken hinterlegt waren, sondern auch Live-Ergebnisse, detaillierte Statistiken zur Platzierungsentwicklung basierend auf den Tonnenprotokollen sowie verschiedene Wetterberichte abgerufen werden konnten. Tägliche Challenges über die App boten zusätzlichen Spaß und die Chance auf extra Preise.

Das Rahmenprogramm an Land war ein riesiger Erfolg. Die täglichen Tagessiegerehrungen mit Übergabe der Führungs-Leibchen für die Top 3, die tägliche Tombola mit tollen Preisen und Aktionen wie Bullreiten, Seesackhüpfen oder Schwertweitwurf sorgten für beste Stimmung im Regattadorf. Bei der offiziellen Siegerehrung gab es dann echte Gänsehaut-Momente: Zahlreiche Pokale und Medaillen wurden feierlich überreicht, mit der Besonderheit, dass die Medaillengewinner der Senioren-DM 2026 im Piraten die Ehrung des Nachwuchses persönlich übernahmen. Nach der Nationalhymne und dem traditionellen Sprung der Sieger in den Inselsee ging es nahtlos in den Meisterabend über, wo mit Freigetränken und DJ bis tief in die Nacht gefeiert wurde.

Das durchweg begeisterte Feedback aller Teilnehmer, Betreuer und Gäste hat gezeigt: Wir haben wirklich eine tolle Arbeit geleistet. Was unseren Erfolg noch bemerkenswerter macht: Völlig unabhängig von der Meisterschaft haben wir als Verein innerhalb von nur etwa vier Wochen gleich drei große Regatten, das Silberne Beil, die Einhandpokalregatta und nun die Meisterschaft, extrem erfolgreich durchgeführt. Was für ein unglaublicher Kraftakt für unser gesamtes Team!

Damit haben wir als WVG 1928 e. V. nicht nur beste Werbung für unseren Verein und unsere traditionsreichen Regatten gemacht, zu denen auch das jährliche Nebelbeil/Nebelwelle gehört, sondern für den gesamten Segelsport in Mecklenburg-Vorpommern. Ein Event dieser Größenordnung zu stemmen, wäre ohne starken Rückhalt schlicht unmöglich gewesen. Mein tiefster Dank gilt daher nicht nur allen Helferinnen und Helfern, unserem phänomenalen Frühstücks- und Bar-Team, der Wettfahrtleitung und dem Protestkomitee, sondern ganz besonders den zahlreichen regionalen Sponsoren und Förderern. Ihre großzügige Unterstützung hat dieses Sommermärchen erst machbar gemacht. Es erfüllt mich mit großer Freude und Dankbarkeit, Teil dieser großartigen WVG-Familie zu sein – auch wenn es manchmal an der ein oder anderen Stelle hakt und zwickt 😉

Euer 1. Vorsitzender
Andreas