12.07.1950 – 23.10.2026

Die Sportfreunde des Wassersport-Vereins-Güstrow 1928 e. V. trauern um ihr langjähriges Mitglied Monika Jansen. „Moni“, wie sie von vielen Sportfreunden liebevoll genannt wurde, kam im August 1971 zum Inselsee, als sie hier ihren Carsten kennenlernte.
Geboren wurde sie 1950 in Boizenburg an der Elbe als zweites Kind. Ihr Vater war dort Ingenieur auf der Elbewerft und die Mutter Verkäuferin.
Nach dem Abschluss der 10. Klasse absolvierte sie von 1967 bis 1970 ihre Ausbildung am Pädagogischen Institut in Dömitz. Bereits am 1. August 1970 begann sie ihre berufliche Tätigkeit an der Gehörlosenschule Güstrow, wo sie als Erzieherin tätig war. Hier lernte sie Carsten bei einer der zahlreichen Seglerfeten kennen und lieben. Mit ihm segelte sie erstmals in ihrem Leben – natürlich im Pirat – und später noch viel öfter. Am 12. September 1975 heirateten Monika und Carsten.
Der Kontakt zum Inselsee und zu Werner „Emmi“ Heiden, damals Schulrat in Bützow, brachte es mit sich, dass Monika ihre Familienpläne noch ein bisschen aufschob. Emmi Heiden erkannte ihr Talent, mit Menschen zu arbeiten, und animierte sie zum Sonderpädagogikstudium, denn Bützow brauchte Logopäden. So begann sie ihr Studium der Rehabilitationspädagogik und Logopädie an der Humboldt-Universität zu Berlin, das sie 1976 erfolgreich als Diplom-Pädagogin und Logopädin abschloss. Ab August 1976 arbeitete sie in ihrem geliebten Beruf als Sprach-, Sprech- und Stimmheilpädagogin in Bützow und ab 1982 schließlich in Güstrow.
Mit Björn-Arne (*1977) und Jörn-Christoph (*1979) vergrößerten Carsten und Monika die Seglerfamilie Jansen in die dritte Generation. Seit dem 1. Januar 1979 war sie Mitglied unseres Vereins.
Für viele von uns gehörte Monika seit den 1980er Jahren selbstverständlich zu den Regatten, Vereinsveranstaltungen und gemeinsamen Reisen zu Auswärtsregatten. Während ihr Mann und später auch die beiden Söhne auf dem Wasser um gute Platzierungen kämpften, war sie oft die gute Seele an Land. Gemeinsam mit ihrer Familie begleitete sie unzählige Segelveranstaltungen. Ob am Scharmützelsee, an der Müritz, am Schweriner See oder bis zum Balaton in Ungarn – Monika war
dabei und teilte die Freude am Segelsport mit ihrer Familie. Bis zur Wende 1989/90 war die Urlaubszeit oft vom Segeln geprägt. Bei der heimischen Ehepaarregatta, bei der bis zu 13 Boote an den Start gingen, war Monika mit Carsten Jansen regelmäßig Titelanwärter und oft verteidigten sie ihren Titel.
Kurz nach der politischen Wende machte sich Monika mit der ersten Logopädischen Praxis in Güstrow am 1. November 1992 selbständig. Diese eigene Praxis erforderte auch eine Neuorientierung der Sprachheilpädagogin. Jetzt kamen die neurologischen Störungen von Erwachsenen dazu. Dafür musste sich auch Monika immer weiterbilden, um hier immer auf dem neuesten Stand zu sein. Trotz dieses hohen Engagements in der Selbständigkeit ließ sie es sich nicht nehmen, mindestens bei den Regatten auf dem Inselsee, ob beim Silbernen Beil, beim Nebelbeil, beim Einhandpokal oder der Segelwoche, zu helfen.
Ihr schönster Platz wurde das eigene Bootshaus am Inselsee. Rückzugsort und Ruheraum mit Blick auf das Wasser – der schönste Platz auf Erden. Ob Mexiko oder Kanada, Südafrika, Asien oder Südamerika: Die Welt entdeckte sie bei Reisen mit Carsten nach 1989/90 nun auch ohne Segelboot.
Nach fast 25 Jahren übergab Monika ihre Logopädie-Praxis im Winter 2017 und arbeitete noch bis Ende 2019 einen Tag in der Woche in der DRK-Kindertagesstätte „Bärenhaus“ am Bärstämmweg und bot in diesem integrativen Kindergarten Kindern ganz spezielle logopädische Therapien an.
Die gewonnene Zeit nutzte sie – wie so oft – nicht für sich allein: Neben den Güstrower Regatten verstärkte „Moni“ ab 2017 auch das WVG-Team auf der WARNEMÜNDER WOCHE. Morgens ab 06:00 Uhr Lunchpakete packen und nicht selten bis 21:00 Uhr im Bierwagen: Wo Hilfe benötigt wurde, war auf Monika Verlass. Mit ihrer herzlichen Art sorgte sie dafür, dass sich Aktive, Helfer und Gäste gleichermaßen willkommen fühlten.
Nachdem sie viele Jahre voller Tatkraft für ihre Familie und unsere Seglergemeinschaft da gewesen war, waren die letzten Jahre ihres Lebens zunehmend von gesundheitlichen Herausforderungen geprägt. Diese trug sie mit großer Ruhe und bewundernswerter Stärke.
Wir verlieren mit Monika Jansen einen überaus warmherzigen, hilfsbereiten und liebenswerten Menschen, der das Vereinsleben über viele Jahre bereichert hat. Unsere Gedanken sind bei ihrer Familie, insbesondere bei ihrem Mann Carsten, ihren Söhnen Björn-Arne und Jörn-Christoph und allen Angehörigen.
Wir werden Monika Jansen ein ehrendes Andenken bewahren und uns dankbar an die vielen gemeinsamen Stunden an Land und auf dem Wasser erinnern.
Für die letzte große Langfahrt wünschen wir „Moni“ Goode Wind!
Die Segler des Wassersport-Vereins-Güstrow 1928 e. V.
