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Ich (Carsten) startete am Freitag den 22.09.2017 (an dem Geburtstag unseres Skippers Hansi) so gegen 12:00 Uhr in Richtung Anklam. Im Schlepptau meinen „Teamwork on Tour“ - Quek Anhänger. Bei Gutschi in Stavenhagen angekommen, wurde das Anhängsel in den Kutter umgetauscht, Gutschi würde nach dem Erreichen seines wohlverdienten Feierabends folgen. Idol war parallel zu mir in Rostock aufgebrochen. Wir wollten, wie im vergangenen Jahr, dem großen Ansturm etwas voraus sein und in Ruhe kranen und unseren Claim abstecken. Denn es waren wieder 30 Kutter eingeladen worden, von denen auch tatsächlich 29 dann an den Start gingen. Es war die zweitgrößte Kutterregatta (gemessen an der Beteiligung) nach Peenemünde in diesem Jahr! Die inzwischen erkundeten tollen Schleichwege waren streckenweise aufgepeppt worden und so erreichte ich nach knapp 90 min Fahrzeit das Klubgelände des SSC Anklam. Dieses Mal war ich vor Idol angekommen. Abplanen, abgurten, unter den Kran, Gurte einhängen. Da kam Idol angesprintet. Wir kranten, suchten uns im engen Hafen einen Liegeplatz und bauten den Kutter auf. Kurz danach traf Tüdel ein. Segelanschlagen. Dann erreichte uns auch Gutschi mit meinem Nachtquartier. Segel abdecken, zurück zum Claim.

Walter und Hansi würden am Sonnabend früh zu uns stoßen. Der Zeltplatz füllte sich, dito der Hafen. Die Anklamer hatten alles in gewohnter Manier top präpariert. Wir schauten entspannt dem hektischen Treiben der ankommenden Kutter mit ihren Besatzungen zu. Wir gönnten uns in der Abwesenheit des Geburtstagskindes auf sein Wohl einen Geburtstagschluck und ließen den Hansi hochleben. Dazu lecker Speck aus Raiks Räucherkammer, Zwiebeln, Knobi und Brot. Das ist Genießen auf höchsten Niveau in Seeluftumgebung. Dann ab in die Bootshalle Die Halle war wieder top hergerichtet (Bierwagen, Lukullus Kutter und Bierzeltgarnituren in Anklamblau , liebevoll eingedeckt, da ist das Oktoberfest und der bayrische Fussball doch ein Nichts!) Auch das Cappucinoauto war wieder direkt aus Italien eingeflogen worden - alle Erlöse dieses Getränkeautos werden der „Wappen von Anklam“ (googelt mal und spendet was!) zur Verfügung gestellt. Fazit: Trinkt Kaffee, Kaffee, Kaffee in den verschiedensten Variationen, aber auch Schokolade oder anderes, ihr helft damit ein Stück Segelgeschichte zu retten!!!

Wir erfuhren, dass sich alle Eventereignisse dieses Mal in der Halle abspielen würden, also der Weg zur Zuckerfabrik sollte uns erspart werden. Richtige Entscheidung, denn in Halle ist es viel maritimer und zünftiger, und am wichtigsten, man verläuft sich nicht so wie in den doch beengten Räumlichkeiten der Zuckerfabrik und hat über alles und alle einen exzellenten Überblick. Der logistische Teil wurde also auf das Food und das Geschirr verlegt. Eine durchaus weise Entscheidung, so konnten wir unsere Kadaver ob des ersparten Weges schonen – obwohl sie es eigentlich einen Spaziergang nötig gehabt hätten. Aber Energie soll ja bekanntlich gespart werden, klar, wegen des Klimawandels und dem sind wir gerne nachgekommen. In der Zeit des Energiesparens kann man ja außerdem viele andere sinnvolle Tätigkeiten ausüben…

Nach lecker Bratflachfisch vom Grill und Bierchen (Die Anklamer Jungens und Madels oder umgekehrt - Gendermainstream - haben den ganzen Abend Bratfisch und andere kulinarische Dinge gezaubert. Super zubereitet und geschmeckt hat es auch! Danke den Bratern, Küchen-, Tresen- und Cappuccinofrauen. Es war alles ganz toll!!!

Am Abend wurde dann die Siegerehrung der Landesmeisterschaft 2017 der K10 Segelkutter, die ein Best of Five von den in Mecklenburg – Vorpommern gesegelten Ranglistenregatten sind, durchgeführt. Es siegte in diesem Jahr hochverdient die „Santa Fe“ vor „Cutty Sark“ und „Resi“. Wir wurden vierter und das „Ösfass“ fünfter. Wir waren nicht unzufrieden, wenngleich unsere Platzierung hätte besser sein können. Anders betrachtet: Es hat es in den vergangenen fünf Jahren immer einen anderen Landesmeister gegeben. Das zeugt von der gewachsenen Leistungsdichte der Kutterszene in Mecklenburg – Vorpommern, wie es auch der Landesvorsitzende Stefan Ulbrich bei der Siegerehrung hervorhob.

Ich machte einige Gespräche mit den Machern der Szene, denn mir liegt …sorry…eine Niveauerhöhung der Regattadurchführung auf dem Wasser am Herzen. Ich habe dem Landesvorsitzenden Stefan Ulbrich empfohlen, dass er die Wettfahrtleiter und Schiedsrichter animiert, doch die Schulungen des SVMV im Januar oder Februar in Warnemünde zu besuchen, da dort auch ein Erfahrungsaustausch mit namhaften Seglern und Ehrenamtlern stattfindet, wie auch die Regelkunde erheblich vertieft wird. Für mich und andere ein absolutes jährliches Muss! Auch andere Wettfahrtleiter der Kutterszene meinten, das wäre wohl eine Empfehlung, der man folgen kann. Ich glaube Nicht-DSV-Angehörige zahlen 50,00 EUR gegenüber uns, die wir beiden Verbänden angehören und 30,00 EUR bezahlen müssen. Ein eigener Lehrgang des LSSV oder DSSV, mit Lehrwarten des DSV wäre auch machbar, aber nicht empfehlenswert, da würde dann der eben erwähnte überaus wertvolle Austausch mit Erfahrungsträgern fehlen.
So gegen 22.30 Uhr ab in die Falle.

Sonnabend früh (23.09.2017) nach Morgentoilette Backen und Banken. Uns erwarteten liebevoll eingedeckte Tische mit weißem Geschirr auf blauen Tischdecken (Vorpommernfarben). Das Frühstücksbüffet war im Kutter angerichtet - ganz toll! Dann trafen auch Hansi und Walter ein, die Crew war komplett. Die Verteilung der Funktionen auf dem Kutter war diesmal wie folgt, : Hansi am Quirl, Idol am Besan, Carsten am Groß, Walter an der Fock, Tüdel am Spi und Gutschi im Vorschiff. Es war heute für uns von der „Teamwork“ ein besonderer Tag, denn es war der einjährige Todestag von Dietmar, dem wir am Morgen in aller Stille gedachten und uns entsprechendes für den Segeltag vornahmen.

8:30 Uhr Steuermannbesprechung:
Um 09:45 Uhr würde der letzte Schlepp gehen, denn wir mussten auf der Peene noch etliche Meilen bis zum Peenestrom, unserem Segelrevier, geschleppt werden. Neu war, dass jeweils an der Karniner und Zecheriner Brücke ein Gate ausgelegt werden würde.
Kurs: Start – Luvtonne (Bb) - A (Bb) – B (StB) – C (Bb – D (Stb) – Gate (Zecheriner Brücke) – C und D (Bb) – B (Bb) – A (StB) – Gate (Karniner Brücke) und dann wieder A (Bb) und der Kurs wie gehabt bis gegen 14:30 Uhr und dann würde das Ziel sinnvoll in den Kurs eingebaut werden. Vorweg: Der Zieldurchgang war dann am Gate an der Karniner Brücke.
Wind (angesagt):  West auf Nordwest drehend zwei bis drei Bft. Startzeit sollte gegen 11:00 Uhr sein.

Beim Rausfahren merkten wir davon noch nicht viel, denn der Nebel hing über den Peenewiesen. Wir fuhren im Schleppverband mit zwölf Kuttern, bis einem Kutter die Schlepptrosse brach…an Spöttern und Lästerern hat es für die leidtragende Besatzung nicht gemangelt. So wurden aus den ca. 40 min Schleppzeit doch 55 min. Und wir konnten die Vorpommersche Flusslandschaft entsprechend länger genießen. Im letzten Jahr schrieb ich:  Mann, wat hebben wi dat doch schön!!! In diesem Jahr: Dat is immer noch schön und hoffentlich bliwt dat ok so!!!

Pünktlich vor der geplanten Startzeit frischte der Wind auf. Start um 11:00 Uhr. Wir starteten toll mit Bb-Schoten aus der Mitte. Völlig frei, nur die „Habakuk“ und „Cutty Sark“ in lee hatten mehr Wind und zogen mit mehr Speed los. Die am Startschiff startenden kamen nicht so gut weg. Wir konnten aber nicht die erforderliche Wende machen, um die Luvmarke anliegen zu können. Aus der Erfahrung der vergangenen Jahre zog es am Ufer-Nord immer etwas besser. Aber irgendwann zogen wir in der Mitte los, fuhren die gleiche Geschwindigkeit wie die in lee fahrenden und zogen den in luv segelnden unten heraus. In Höhe der Luvtonne legten wir um, konnten an den Luv Fahrern vorbei ziehen und erreichten als erster die Luvbahnmarke. Passierten diese und kreuzten in Richtung Bahnmarke A weiter auf. (Anmerkung: Die Luvtonne war völlig überflüssig, da sie das Feld verengte und Nachteile, hinsichtlich von Ausweichmanövern schuf). Das spielte aber ungewollt uns, den Führenden, hervorragend in die Karten. Hinter uns als 2. „Habakuk“, 3. „Tigris“ (die werden auch immer stärker…), 4. „Nautilus“, 5. „Cutty Sark“, dann „Santa Fe“ und „Resi“.

Nach der Bahnmarke B ging es dann bis zum Gate Zecheriner Brücke auf die Kreuze. Wir profitierten von dem weiter auffrischenden Wind, da wir ihn immer aus erster Hand als erster bekamen und gegenüber den Verfolgern unseren Vorsprung damit stetig ausbauen konnten. Auf den achterlichen Kursen büßten wir entsprechend wieder etwas von unserem Vorsprung ein, aber nicht in dem Maße, wie wir ihn ersegelten. Nach der ersten Runde waren die Platzierungen noch in etwa so wie gehabt. „Resi“ und „Cutty Sark“ auf Vormarsch, die „Tigris“ fiel etwas zurück. Dann nach dem zweiten Mal des Passierens der Bahnmarke B erwischten wir einen Superdreher mit dem wir fast die Bahnmarke D anliegen konnten, klar war vorher die B zu nehmen, aber das waren mindestens 40 ° Drehung nach rechts. Unsere Befürchtung, das er weiter drehen würde und damit für die Verfolger günstiger sein würde, erwies sich als unbegründet, denn nach der Hälfte der Kreuze drehte er wieder zurück, und wir hatten unseren Vorsprung so erheblich auf zeitweise 5 ½ min ausgebaut. So zogen wir unsere Kreise und beobachteten die Verfolger. Die „Nautilus“ hielt sich hervorragend, sie waren inzwischen auf Platz drei vorgefahren, hinter ihnen die „Resi“ und die „Cutty Sark“. Auf der sozusagen letzten Kreuze, machte die „Nautilus“ dann nach der Bahnmarke D nicht den Holeschlag zum Gate. Natürlich war es auf die Verfolger eng, aber mit dem Holeschlag hätten sie die Gegner besser kontrollieren können, zumal die Dreher ja auch noch eine Rolle spielen könnten. Nein sie fuhren erst den Schlag nach Backbord, weg vom Gate Zecheriner Brücke, weg von den Gegnern. „Resi“ und “Cutty Sark“ nutzten das eiskalt, wendeten gleich an der Bahnmarke D und schafften es sozusagen im Endspurt die „Nautilus“ wieder auf den 5. Platz zu verweisen. Wir segelten beruhigt mit einem Riesenvorsprung dem Ziel entgegen. Die Stimmung war gut, aber die Konzentration litt darunter.
Zieldurchgang: 1. “Teamwork“, 2. Habakuk“, 3. „Resi“ 4. „Cutty Sark“ 5. „Nautilus“ 6. „Santa Fe“, 7. “Tigris“, (sie hatten der Stallorder gehorcht, wie Ronny bei der Siegerehrung verriet ;). Dahinter dann schon die „Poseidon“ aus Teterow – auch eine tolle Leistung!!!

Lieber Dietmar das war ein Sieg für dich! Du warst mit an Bord!

Heimfahrt: Kreuze in die Peene hinein. Wir schafften unter Segeln ordentlich ein paar sm stromauf. Irgendwann holten uns die Schlepps ein und wir wurden Mitglied eines Schleppverbandes.

Slippen ging in der Reihenfolge der Trailer, die vom Veranstalter vom Trailerplatz gebracht wurden. So gegen 17:00 Uhr waren wir mit dem Verladen und Verpacken fertig. Landfein machen, Siegerbier.

Dann ab zum Büfett. Lecker lecker im Lukullus Kutter angerichtet. Es wurde in der Bootshalle relativ eng. Alle wurden satt und satter und auch am sattesten. Da war für jeden etwas dabei und es wurde zugelangt. Danke euch Anklamer Anhängern des Rundselbordes!!!

Siegerehrung. Mit von der Partie ist die gesamte Familie Neukirch: Alle bekommen einen Preis. Ja, fast schon peinlich – Hansi konnte zum 9. Mal in Folge den Siegerpokal in Empfang nehmen. Wir sind stolz wie Bolle!

Auch der Spaß kam nicht zu kurz, denn zwischen den Wollgastern und Anklamern gibt es witzige Fehden, die immer wieder in karnevalistischer Art ausgetragen werden. So geschah es, dass Kuddel (Rene Österreich) vom gleichnamigen Kutter zu unserem Kutterkönig gekürt wurde und per einer superschicken Sänfte aus dem Saale getragen wurde. Eine Krönungs-Urkunde gibt es nicht…. aber ungeschriebene Gesetze: So hat jeder, der König Kuddel am nächsten steht, König Kuddel ohne Aufforderung einen Rundseligen zu spendieren, er ist bei Gleichgewichtsstörungen zu stützen und bei Gängen auf die Toilette müssen die vier am nächsten stehenden Rundseluntertanen König Kuddel in der Sänfte dorthin und auch zurück geleiten. Dito ist König Kuddel von seiner Kutterbesatzung zum Kutter hin- und zurück in der König-Kuddel-Sänfte zu tragen usw., usw. Der Kutter ist mit einer Krone zu versehen und der Zusatz König ist vor dem Namenszug Kuddel anzubringen. Dem König Kuddel-Kutter ist zukünftig bei Regatten egal auf welchem Bug usw. liegend, Platz und Vorfahrt zu gewähren, die Wegerechtsregeln der WR sind im Falle von König Kuddels Teilnahme ausgesetzt. Ähmm… das geht nun doch zu weit, das könnte auch uns treffen.

Fete läuft, Tombola ist wieder riesig. Unser Freund Mezut von der „Nautilus“ schießt den Vogel ab (das nenne ich ausgleichende Gerechtigkeit Herr Schulz!) und gewinnt einen Riesenflachbildfernseher, damit er am 24.09.2017 auch den gerechten Wahlausgang verfolgen kann.

Wir lassen den Abend bei Gespräch und Getränk ausklingen.

Am nächsten morgen früh hoch, die Gastgeber sind schon wieder am Wirbeln! Frühstück fassen, Danke sagen, Abschied nehmen.
Eine tolle Regatta, ein toller, Gastgeber, tolle Konkurrenten. Man munkelt:  Evtl. soll der Einladungsmodus im Jahr 2018 aufgegeben werden und es soll eine Ranglistenregatta werden.

Punkt 11.00 Uhr bin ich in Güstrow. Sehe noch die letzte Wettfahrt des Einhandpokals und kann mich noch ein wenig in die Organisation einbringen und mich auf den Wahlabend vorbereiten. Gewählt hatte ich ja schon…ob gut oder schlecht wird die Zukunft zeigen.

Carsten
Teamworkcrew, September 2017

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