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WVG 1928 e. V. veranstaltete hochrangige Wettkämpfe auf dem Inselsee

Der Wassersport-Verein-Güstrow 1928 e. V. (WVG) hatte am vergangenen Wochenende zu den letzten großen Regatten der Segelsaison 2017 geladen. Aufgerufen waren die Klassen Pirat in der 14. Auflage des Nebelbeils sowie die olympische Finn-Dinghy-Klasse zur 7. Nebelwelle. Amtierende Deutsche Meister und Europameister waren der Einladung nach Güstrow gefolgt.

20 Boote mit 40 Seglern in der Klasse Pirat und acht Boote und Segler in der Einhandklasse der Finn-Dinghys konnte der WVG-Vorsitzende Peter Anders stellvertretend für den Gastgeber begrüßen: „Mit dem Teilnehmerfeld sind wir zufrieden. Bei den Piraten sind die Deutschen Meister und Vizemeister am Start gewesen. Bei den Finn-Dinghys war der Vizemeister und amtierende Masterseuropameister dabei.“ Außerdem war der amtierende O-Jollen-Europameister im Pirat am Start und mit Zdeněk Rychtr und Pavel Moucha vom Yachtclub Doksy fand ein tschechisches Team den Weg zum WVG.

Bei den Piraten gingen Ines Pingel-Heldt/Thomas Heldt (Teterow) als Favoriten auf den Kurs. Seit 2014 und damit zuletzt dreimal in Folge gewannen die zweifachen Deutschen Meister das „Nebelbeil“. Ohnehin liegt den Vizemeistern von 2017 das Güstrower Revier; 2013 bis 2016 gewannen sie auch das Silberne Beil. Aber auch die fünffachen Deutschen Meister und amtierenden Titelträger Bernd Höft/Burkhard Rieck (Rostock) sollten ein Wörtchen um den Sieg mitreden. Gespannt blickten die Beobachter der Szene auf Peter Merten/Jörgen Mohns (Schwerin/WVG), die nach längerer Pause zurückkehrten. Die Güstrower Hoffnungen ruhten zudem auf Andreas Ebel/Martin Schlichting (WVG) und Jens Bauditz/Susanne Thiel (WVG). Peter Anders und Peter Bark (WVG), amtierende Titelträger Österreichs, mussten leider kurzfristig absagen. Bei den Finn-Dinghys war André Budzien (Schwerin), der die Nebelwelle bereits fünfmal gewann, klarer Favorit.

Bei Wind um 3 und in Böen um 4 Beaufort aus südwestlicher Richtung schickte Wettfahrtleiter Andreas Möller (WVG) die Piraten auf einen zweifachen Up-an-Down-Kurs: Sofort zeigten die Teterower Favoriten ihre gute Form: Führung an der ersten Bahnmarke für Pingel-Heldt/Heldt vor Gunter Edinger/Oliver Bajon (Berlin). Dahinter befanden sich die Teterower Benjamin Schnepf/Fabian Jäckel, die Güstrower Ebel/Schlichting und die Rostocker Höft/Rieck auf den Plätzen drei bis fünf in Lauerstellung. Am ersten Leetor bot sich jedoch ein anderes Bild: Edinger/Bajon führten nun recht deutlich vor Pingel-Heldt/Heldt (Teterow). Dahinter war das Bild unverändert. Auf der zweiten Kreuz zeigten Pingel-Heldt/Heldt ihre ganze Klasse, segelten einen enormen Vorsprung heraus, den sie bis ins Ziel trugen. Schnepf/Jäckel komplettierten den Teterower Doppelsieg. Nur Zentimeter vor Edinger/Bajon überquerten sie die Ziellinie. Nach einer Kollision am Start segelten Merten/Mohns (Schwerin/WVG) noch bis auf Platz vier. Schlechter lief es für Ebel/Schlichting (WVG), die gleich sechs Plätze auf dem zweiten Am-Wind-Kurs verloren und den 9. Platz ersegelten. Direkt gefolgt von Magnus Hillenberg/Johannes Hain (WVG/Einheit) auf Platz zehn und Jens Bauditz/Susanne Thiel (WVG) auf Platz elf.

Nach einem sehr guten Start führten Merten/Mohns in der 2. Wettfahrt das Feld an. Noch besser waren nur Schnepf/Jäckel gestartet, die aber trotzdem an der ersten Luvbahnmarke dahinter lagen. Das Verfolgerfeld führten Marko Monegel/Ludger Jacobs (Teterow/WVG) an. Auch Stephan Kruse/Cornelia Fritzsche (WVG) waren dabei. Erst auf Platz sieben folgten Pingel-Heldt/Heldt, wiederum gefolgt von Hillenberg/Hain (WVG). Schon an der ersten Leebahnmarke hatte sich der Schlag für Pingel-Heldt/Heldt ganz nach links ausgezahlt. Sie überholten Boot um Boot und lagen schon auf Platz drei, während Merten/Mohns vor Höft/Rieck führten. Auf der zweiten Kreuz zauberten die Teterower erneut und führten an der 2. Luvbahnmarke schon wieder. Obgleich Merten/Mohns die Verfolgung aufnahmen, konnten sie den Vorsprung der Teterower nicht mehr aufholen. Im Kampf um Platz zwei hatten sie sogar noch das Nachsehen gegen Höft/Rieck (2.) und auch gegen Hillenberg/Hain (3.). Am Ende waren Merten/Mohns erneut 4. vor Lippert/Lippert (Berlin). Licht und Schatten für die Güstrower: Während es für Bauditz/Thiel (7.) nun besser lief, fielen Ebel/Schlichting einer Frühstartdisqualifikation zum Opfer.

Wie entfesselt starteten Pingel-Heldt/Heldt auch zur 3. Wettfahrt und gingen folgerichtig erneut in Führung. Schon mit leichtem Rückstand folgten an der ersten Luvbahnmarke Edinger/Bajon (2.) und Schnepf/Jäckel (3.) und im zweiten Verfolgerduo Bauditz/Thiel (4.) und Merten/Mohns (5.). Während Vorwind Edinger/Bajon den Rückstand verkürzen konnten, fielen Schnepf/Jäckel deutlich ab. Dahinter wurde das Feld weit auseinandergerissen. Letztlich ungefährdet fuhren die Teterower ihren dritten Tagessieg ein und legten den Grundstein für die Titelverteidigung. Hinter Edinger/Bajon konnten sich Lippert/Lippert noch auf Platz drei kämpfen und Schnepf/Jäckel auf Platz vier verdrängen. Bauditz/Thiel steigerten sich weiter und kamen auf Platz fünf direkt vor Höft/Rieck (6.), Monegel/Jacobs (7.) und Ebel/Schlichting (8.) ins Ziel.

Bei den Finn-Dinghys glückte der erste Start und schon an der Luvbahnmarke konnte sich André Budzien absetzen. Erik Schmidt (Sternberg) folgte ihm. Etwas zurück lag Jochen Bülow (Rostock). Beinahe wie erwartet segelte André Budzien so dem ersten Tagessieg recht ungefährdet entgegen. Erik Schmidt und Jochen Bülow kamen auf die Plätze zwei und drei.

Wer mehr Spannung in der 2. Wettfahrt erhofft hatte, wurde beinahe enttäuscht. Während André Budzien wieder deutlich führte, wechselten dahinter ein ums andere Mal die Positionen. So mischt nun Birger Laue (Ribnitz) – in der ersten Wettfahrt 7. – plötzlich vorne mit. Platz eins und zwei gingen erneut an André Budzien und Erik Schmidt. Dritter wurde nun Birger Laue, gefolgt von Carsten Niehusen (Schwerin) und Jochen Bülow (Rostock).

Erneut war es André Budzien, der das Feld zu Beginn der dritten und letzten Tageswettfahrt dominierte. Mit gut 50 Metern Vorsprung führte er schon an der zweiten Bahnmarke. Spannender war der Kampf dahinter. Während André Budzien letztlich ungefährdet seinen dritten Tagessieg einfuhr, sicherte sich Jochen Bülow nun den 2. Platz vor Erik Schmidt.

Trotz dreier Tagessiege für Pingel-Heldt/Heldt im Pirat und Budzien im Finn-Dinghy, war der Gesamtsieg nicht vergeben. Fünf Wettfahrten waren ausgeschrieben und nur die schlechteste konnte gestrichen werden. Gleich zwei Fehler konnten sich also auch die Führenden nicht erlauben.

Wer zu „Nebelbeil“ und „Nebelwelle“ einlädt, muss den Teilnehmern auch Nebel bieten und so begann der Sonntag. Dichter Nebel und praktisch kein Wind prägten den Inselsee, sodass die Wettfahrtleitung Startverschiebung auf unbestimmte Zeit setzte. Weil schon 12:30 Uhr letzte Startmöglichkeit sein sollte, wurde die Zeit knapp für noch zwei zu segelnde Wettfahrten. Etwa gegen 11:00 Uhr lichtete sich der Nebel und es ging bei 2 Beaufort aus Südwest eine halbe Stunde später los.

Nervös war die Piratenklasse. Zwei Startversuche waren notwendig, ehe es losgehen konnte. Das Feld nutzte den ganzen Inselsee in seiner Breite und Matthias Mothes/Max Metzelthin (Plön) machten es am Besten und gewannen die Startkreuz vor Hillenberg/Hain und Bauditz/Thiel. Nur im Mittelfeld waren Pingel-Heldt/Heldt (8.) und Höft/Rieck (9.) zu finden. Doch schon auf dem ersten Vorwindkurs schoben sich beide nach vorne. Noch besser machten es nur Lippert/Lippert und Ebel/Schlichting, die nun ganz vorne lagen. Doch der Wettfahrtleiter hatte sich einen besonders langen Kurs ausgedacht und so waren drei Up-and-Downs vorgesehen. Auf der zweiten Kreuz schoben sich Pingel-Heldt/Heldt und etwas zurück Höft/Rieck irgendwie an die Spitze und übernahmen die Plätze eins und zwei mit großem Abstand. Spannend war nur der Kampf um Platz drei. Immer wieder wechselte diese Position zwischen Bauditz/Thiel, Merten/Mohns, Lippert/Lippert und Forch/Paetzholdt (Kiel/Berlin). Pingel-Heldt/Heldt verwalteten den Vorsprung auch bei abnehmendem Wind bis ins Ziel. Höft/Rieck folgten. Bauditz/Thiel zeigten nach den Plätzen 11, 7 und 5 mit dem 3. Platz weiter ansteigende Form. Merten/Mohns folgten auf Platz 4 knapp dahinter. Weil es aufgrund des Zeitlimits keine 5. Wettfahrt mehr geben konnte, hatten Pingel-Heldt/Heldt mit dem vierten Gesamtsieg seit 2014 ihren Titel souverän verteidigt. Höft/Rieck auf dem zweiten Gesamtplatz und Edinger/Bajon (7. in der 4. Wettfahrt) als glückliche Gesamtdritte folgten. Merten/Mohns hatten nur einen Punkt Rückstand und wurden dennoch Gesamtsechster. Gesamtplatz 7 belegten Bauditz/Thiel.

Bei den Finn-Dinghys machte es André Budzien etwas spannender und führte zwischenzeitlich mal nicht. Nach drei Up-and-Downs lag er aber doch wieder vorne und wieder folgten Erik Schmidt und Jochen Bülow auf den Plätzen zwei und drei. Genau diese Reihenfolge sollte auch die Gesamtwertung haben. Damit hat sich Budzien bei der 7. Auflage der „Nebelwelle“ schon seinen sechsten Gesamtsieg seit 2011 gesichert. Einzig 2014 gewann er nicht – er war nicht am Start.

„Am 21. Oktober schließen alle Güstrower Segler die Segelsaison 2017 mit dem Absegeln endgültig. Dennoch werden einige Güstrower noch die Nikolausregatta in Potsdam segeln“, weshalb Peter Anders noch kein Saisonfazit ziehen konnte.

Jörn-Christoph Jansen

 

Hier gibt es den Beitrag von GüstrowTV:

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