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61. Auflage der Segelregatta startet am Wochenende auf dem Inselsee

Vor den Bermudainseln findet derzeit der Kampf um die älteste Trophäe des Sports statt – der 35. Amercia`s Cup. Auch die Güstrower Segelsportler verfolgen die Ergebnisse und Liveübertragungen. Am kommenden Wochenende aber sind die Segler des Wassersport-Vereins-Güstrow 1928 e. V. (WVG) Gastgeber, wenn um das 61. Silberne Beil gesegelt wird. Die Regatta, die erstmals 1957 ausgetragen wurde, zählt zu den ältesten und beliebtesten Piratenregatten Deutschlands.

Zum offiziellen Meldeschluss stehen 36 Meldungen mit 72 Seglern aus mindestens 7 Bundesländern zu Buche. Teilnehmer werden aus Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und natürlich aus ganz Mecklenburg-Vorpommern erwartet. Nachmeldungen sind jedoch noch bis kurz vor dem geplanten Start am kommenden Sonnabend zu erwarten.

„Wir sind mit der Vormeldezahl sehr zufrieden. Bei keiner Regatta in diesem Jahr sind bisher so viele Piratensegler gestartet. Weder die Warnemünder Woche noch die Deutsche Meisterschaft erwarten derartige Teilnehmerzahlen, was aber eigentlich schade ist“, so Peter Anders, Vorsitzender des WVG.

Die Kommandos innerhalb der Wettfahrtleitung wird am kommenden Wochenende Andreas Möller (WVG) geben. Am Sonnabend pünktlich um 11:00 Uhr erfolgt das erste Ankündigungssignal. „Vier Wettfahrten sind vorgesehen. Drei davon planen wir am Samstag. Nur wenn wirklich vier Wettfahrten erreicht werden, wird die schlechteste Wertung jedes Bootes gestrichen“, erklärt Wettfahrtleiter Andreas Möller, der von Stellvertreter Jörg Hillenberg (WVG) unterstützt werden wird.

Schon zweimal, 2008 und 2009, konnte Peter Anders das Silberne Beil gewinnen. Wie in den Siegerjahren geht er wieder mit Schwager Peter Bark (WVG) gemeinsam an den Start und der ist als frisch gebackener brandenburgischer Landesmeister der 15er Jollenkreuzerklasse besonders motiviert. „Bei kaum einem Feld werden wir uns in diesem Jahr mit so vielen Spitzenseglern messen dürfen wie auf unserem heimatlichen Inselsee. Bei der Landesmeisterschaft in Sternberg hat das schon ganz ordentlich geklappt“, so Peter Bark, auch Vizelandesmeister der Piratenklasse.

„Wer gewinnen will, muss allerdings Ines Pingel-Heldt/Thomas Heldt und Bernd Höft/Burkard Rieck besiegen“, weiß Peter Anders um die Stärke der Konkurrenz. Sechs der letzten sieben Deutschen Meistertitel gingen an diese beiden Ausnahmecrews. Zweimal gewannen die Teterower Pingel-Heldt/Heldt. Viermal siegten die Rostocker Höft/Rieck; sie reisen als amtierende Deutsche Meister nach Güstrow. Dreimal schon konnten sie sich auf dem Silbernen Beil verewigen.

Doch die Rekordsieger sind Pingel-Heldt/Heldt. Alleine Thomas Heldt gewann insgesamt elfmal die begehrte Trophäe – siebenmal als Steuermann und zuletzt viermal in Serie an der Vorschot seiner Ehefrau Ines. Seit 2013 scheint das Duo in Güstrow unschlagbar. Wie der Amercia`s Cup in den Händen der USA scheint auch das Silberne Beil einen ‚festen Besitzer‘ zu haben.

Wie die neuseeländische Crew derzeit das US-Team herausfordert, werden es Höft/Rieck in Güstrow tun. Sie führen quasi das Herausforderfeld an. Gewannen unter anderem die Landesmeisterschaft in Sternberg. Doch Pingel-Heldt konnten die Frühjahrsregatta in Ratzeburg und die Pfingstregatta in Röbel souverän für sich entscheiden. Auf beiden Revieren finden in diesem Jahr die Saisonhöhepunkte statt: In Ratzeburg Anfang August die Internationale Deutsche Meisterschaft und auf der Müritz Mitte September die Europameisterschaft.

Neben Anders/Bark drücken die Güstrower vor allem Jens Bauditz/Susanne Thiel (WVG) die Daumen. Jens Bauditz war schon Deutscher Meister, Europameister, Tschechischer Staatsmeister, Türkischer Meister und zuletzt Dritter bei den Österreichischen Staatsmeisterschaften 2016, doch das Silberne Beil fehlt. „Ich bin seit Mai Großvater und habe nun einen gewissen Erfahrungsvorsprung. Das macht den Unterschied“, schmunzelt Jens Bauditz.

Ein Blick auf die Konkurrenz zeigt, warum es so schwer ist, das Silberne Beil zu gewinnen: Die amtierenden Deutschen Vizemeister Daniel Reinsberg (Röbel) mit dem Güstrower Alfred Seeger (WVG) möchten ihren ersten Sieg und haben in Röbel schon Pingel-Heldt/Heldt kräftig unter Druck gesetzt. Mit Karl-Herrmann Wildt (Berlin), der mit seiner Frau Gabriele an den Start geht, weiß einer wie es geht: Der Deutsche Vizemeister von 2015 hat das Silbernen Beil schon zweimal gewonnen. Auch der ehemalige Deutsche Meister und Europameister, Detlef Hegert (Brandenburg) mit Vorschotmann Matthias Haase (Berlin) gewann bereits 2010 das Silberne Beil und kämpft seither um seinen zweiten Sieg in Güstrow. Erneut zählt er zum erweiterten Titelkreis. Nicht unterschätzen darf man Peter Merten/Jörgen Mohns (Schwerin/WVG), die immer für Siege gut sind. Zudem reist mit Donald Lippert (Berlin) ein dreifacher Europameister der O-Jolle an und steigt in den Pirat. Aus dem Landkreis Rostock muss man schließlich auch die Junioreneuropameister von 2012 Benjamin Schnepf/Fabian Jäckel (Teterow), die eigentlich immer vorne dabei sind oder aber Frank Martens/Uwe Sauer (Teterow/SV Einheit Güstrow) auf dem Zettel haben.

Insgesamt werden mindestens 22 Güstrower Segler in 13 Booten die Farben der Barlachstadt vertreten. Mit dabei ist dann auch Andreas Ebel. Der Güstrower hat in der olympischen 470er Klasse erfolgreich alle Regattareviere Deutschlands besegelt und geht nun mit dem Hamburger Martin Schlichting im Pirat an den Start. „Wir freuen uns, dass er die Farben des WVG vertritt. Mit ersten guten Ergebnissen haben die beiden schon aufhorchen lassen“, so Peter Anders, der die Ergebnisse aufmerksam verfolgt.

„Aufmerksam verfolgen kann man bei uns am WVG abends auch den America`s Cup. Die Wettfahrten 5 und 6 werden wir live im Public Viewing übertragen“, freut sich der WVG‑Vorsitzende auf ein Segelwochenende live auf dem Wasser und dieses Mal sogar an Land.

Jörn-Christoph Jansen

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